Pressemitteilung
Abschwächung der EU‑Entwaldungsverordnung gefährdet nachhaltige Transformation
Das Europäische Parlament hat eine überarbeitete und zeitlich angepasste Fassung der EU‑Entwaldungsverordnung (EUDR) verabschiedet.
Die vorgenommenen Änderungen – darunter die Einschränkung der vollständigen Rückverfolgbarkeit von Rohstoffen – schwächen zentrale Instrumente im Kampf gegen Entwaldung, Klimaerwärmung und Artenverlust.
„Die Transformation hin zu einer ganzheitlich nachhaltigen Wirtschaft erfordert klare Leitplanken von Seiten der Politik, kein ständiges Hin- und Her von Ankündigungen und Rückziehern,“ ist Andreas Matt, Vorsitzender des Landesverbandes Freier Förster und Vorsitzender der ÖDP Trier, überzeugt. „Während viele Unternehmen in Europa bereits erhebliche Investitionen in transparente Lieferketten, digitale Rückverfolgungssysteme und Zertifizierungen getätigt haben, profitieren nun vor allem jene, die bislang auf Verzögerung gesetzt haben.“
Die Verwässerung der EU-Verordnung führt dazu, dass billige Importe aus Regionen mit unklaren oder riskanten Entwaldungspraktiken leichter auf den europäischen Markt gelangen.
Für nachhaltig wirtschaftende Forstbetriebe – insbesondere in waldreichen Regionen wie Rheinland‑Pfalz – entsteht dadurch ein massiver Wettbewerbsnachteil und Investitionen in Transparenz und Digitalisierung verlieren an Wert.
Viele Forstbetriebe in Rheinland‑Pfalz haben in den vergangenen Jahren stark in klimaresiliente Wälder, nachhaltige Bewirtschaftung und regionale Wertschöpfung investiert. Zu den Maßnahmen gehören Zertifizierungen genauso wie detaillierte Dokumentationen der Waldbewirtschaftung, Nachhaltigkeitsberichte oder auch die digitale Erfassung des eingeschlagenen Holzes.
„Die Forstwirtschaft ist eine Branche, die über Generationen plant und handelt. Verzögerungen der Maßnahmen gegen globale Entwaldung verschärfen die Klimakrise – deren Folgen die Wälder in Rheinland‑Pfalz bereits heute deutlich spüren: Dürre, Borkenkäferbefall und Waldbrandrisiken nehmen weiter zu,“ ist Andreas Matt überzeugt.
„Es ist sinnvoll und notwendig, gesetzliche Vorgaben so zu gestalten, dass gerade kleinere Marktteilnehmer nicht durch ausufernde Dokumentationspflichten übermäßig belastet werden. Doch das darf nicht zu einer generellen Absenkung der Standards führen. Nachhaltige Transformation gelingt nur, wenn klare Regeln gelten und verantwortungsvolles Wirtschaften gefördert wird.“
„Entbürokratisierung ist wichtig – aber nicht auf Kosten unserer Wälder.“ Die ÖDP EU-Abgeordnete Manuela Ripa zeigt sich ebenfalls enttäuscht über die Entwicklung, die „das Vertrauen in den Europäischen Green-Deal beeinträchtigen kann und grundsätzliche Fragen zur Verlässlichkeit der europäischen Politik aufwirft.“
Die ÖDP stellt sich den drängenden Herausforderungen unserer Zeit: dem fortschreitenden Klimawandel, dem krisenhaften ökonomischen Wandel, den gesellschaftlichen, kulturellen und ethischen Umbrüchen und nicht zuletzt den damit einhergehenden veränderten Anforderungen an die Menschen.
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