Pressemitteilung
ÖDP-Trier: Die Energiewende braucht einen klaren Kurs
Erneuerbare Energien
Vorreiter gibt es auch in der Region Trier
Die ÖDP-Trier kritisiert den Schlingerkurs und die rückwärtsgewandte Politik der Bundesregierung in Sachen Energiewende.
Vor allem Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkannt.
Während die Dänen bereits seit den 1970er Jahren - zur Zeit der Ölkrise - einen klaren Kurs in Sachen Transformation der Energieversorgung - weg von fossilen Brennstoffen und hin zu Windkraft und Solarenergie verfolgen, hängen die Deutschen dies betreffend mittlerweile nur noch im Mittelfeld der Europäischen Länder.
Denn Deutschland produziert zwar sehr viel Wind- und Solarstrom, doch beim Ausbau neuer Anlagen und bei der Integration erneuerbarer Energien (Netzausbau, Speicher, effizientes Energiemanagement) hinken wir deutlich hinterher.
Die dänische Politik setzt dagegen seit Jahrzehnten auf langfristige Planung und verlässliche Rahmenbedingungen, was Innovation und Investitionen begünstigt.
https://lowcarbonpower.org/de/region/D%C3%A4nemark
Doch hierzulande mangelt es an Planungssicherheit, zum einen für Unternehmen im Erneuerbare Energien-Sektor und Firmen, die ihre Energienutzung umstellen wollen, zum anderen aber auch für Privatleute, die sich dezentral versorgen wollen.
Der Solarstrom-Pionier Gerd Schöller aus Föhren kritisierte dies schon im Jahr 2025:
https://www.oekom.de/buch/unter-hochspannung-9783987261619
Auch das Umweltinstitut München e.V. schlägt jetzt Alarm:
Dabei hatte die deutsche Politik einst ambitionierte Ziele: 80 % erneuerbarer Strom bis 2030; Klimaneutralität bis 2045; massiven Ausbau von Solar und Windkraft; Reduktion fossiler Abhängigkeiten. Gerade Letzteres wurde massiv versäumt, was fatale Auswirkungen haben kann, wie die aktuell durch Hitze ausgelöste Niedrigwassersituation an Rhein und Donau zeigt:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/niedrigwasser-wirtschaft-100.html
„Was wir hier erleben ist die hohe Abhängigkeit von Energieimporten, verwundbare außenpolitische Positionen, wirtschaftliche Nachteile im globalen Wettbewerb und eine geschwächte strategische Handlungsfähigkeit.“, so die ÖDP-Trier.
Trotzdem hat Ministerin Reiche sich mehrfach pro Gas, pro CCS für fossile Industrien und pro fossile Backup-Kraftwerke positioniert.
Kritiker sehen darin eine bewusste Verzögerung der Transformation. Auch die häufigen Änderungen bei Vergütungen und Fördermechanismen schrecken Investoren ab und bremsen umstellungswillige Vorreiter aus. Das verunsichert auch die Bevölkerung und die Akzeptanz für die dringend notwendige Umstellung schwindet.
Dabei sind die Erneuerbaren laut Fraunhofer Institut ISE heute die günstigsten Energiequellen. Europas größtes Forschungsinstitut für Solarenergie untersucht Photovoltaik, Windenergie, Energiesysteme, Speicher und die Wirtschaftlichkeit verschiedener Kraftwerkstypen. Die jährlich aktualisierte Analyse der Stromgestehungskosten (LCOE) ist eine der wichtigsten Referenzen in Deutschland.
Fraunhofer ISE bestätigt: Selbst neue fossile Kraftwerke sind wirtschaftlich nicht mehr konkurrenzfähig.
Öl und Gas wirken nur billig, weil ihre enormen externen Kosten – wie Klima- und Gesundheitsschäden – nicht eingepreist sind. Rechnet man diese Kosten ein, sind fossile Energiequellen die teuersten überhaupt.
„Wir haben in Deutschland ein Kommunikationsproblem.“, so eine ÖDP-Sprecherin. „Wenn die Bürger nur unzureichend informiert und die Vorteile der Transformation nicht kommuniziert werden, weil Politik und Lobbyverbände an klimaschädlichen Energieträgern festhalten wollen, entsteht ein verzerrtes Bild. Das muss sich dringend ändern.“
Ein Musterbeispiel in Sachen Energieeffizienz bietet auch das Trierer Klinikum Mutterhaus in Kooperation mit der Remondis-Gruppe (Entsorgungsbetrieb).
Durch die Verwertung verschiedener Abfälle konnten fossile Ressourcen in Höhe von 80,8 Tonnen Öl-Äquivalent sowie 117,1 Tonnen biogener Ressourcen, berechnet als Holz-Äquivalent, eingespart werden. Die Daten wurden laut Remondis-Gruppe durch ein Modell errechnet, das vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik Umsicht in Sulzbach-Rosenberg erstellt wurde. https://www.umsicht-suro.fraunhofer.de/
Auch im privaten Bereich lässt sich Energie sparen und effizienter nutzen.
https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/energiesparen
Fazit der ÖDP-Trier: „Wind und Sonne schicken uns keine Rechnung, und genau darin liegt unsere große Chance. Die Transformation unseres Energiesystems ist längst überfällig und mit einem klaren politischen Kurs kann Deutschland wieder Vorreiter werden – ein Land, das zeigt, wie Zukunft geht.“
