Pressemitteilung
ÖDP-Trier: Die Gesellschaft muss sich fundamental ändern, um dem Klimawandel gerecht zu werden
In Zusammenarbeit mit dem IFAS des Umweltcampus Birkenfeld https://www.stoffstrom.org/aktuelles/start-des-beteiligungsprozesses-zur-klimaanpassung-im-landkreis-trier-saarburg/ erarbeitete der Landkreis Trier- Saarburg Anfang des Jahres ein Konzept zur Klimaanpassung in der Region: https://trier-saarburg.de/klimaschutzkonzept/
Die extreme Hitze der letzten Wochen macht deutlich, wie wichtig konsequente und zügige Umsetzungen der Maßnahmen sind, denn es geht um nichts weniger als die Sicherung unserer Existenz.
Umso unbegreiflicher ist das zögerliche und teilweise reaktionäre Verhalten der Bundesregierung.
Klimaschutz muss, genau wie der Küstenschutz, zur Gemeinschaftsaufgabe werden, damit auch der Bund zur Finanzierung der Anpassungsmaßnahmen herangezogen werden kann. Dazu bedarf es einer Grundgesetzänderung (Fazit Deutschlandfunk), eine Meinung, die auch Bundesumweltminister Carsten Schneider vertritt.
Zum Erreichen der Ziele – Emmissionsminderung (Mitigation) und Anpassung (Adaptation) – stehen zum einen Sofortmaßnahmen auf der Agenda, wie die Beschleunigung der Energiewende, die Mobilitätswende, klimagerechter Gebäudesektor, nachhaltige und energieeffiziente Industrie, Konsumreduktion bei gleichzeitiger Stärkung der Kreislaufwirtschaft und zum anderen langfristige Umstrukturierungen wie eine ökologische Landwirtschaft, natürliche CO2 Senken, Förderung nachhaltiger Technologien, resiliente Infrastruktur und praktische Ausbildung der Zivilgesellschaft.
https://blog.venro.org/fuer-beste-bildung-braucht-es-eine-starke-zivilgesellschaft/
Schweden hat die Gesellschaft frühzeitig und planbar zu klimafreundlichen Alternativen gelenkt, z.B. durch eine hohe CO2 Steuer seit 1991 und eine gesetzlich verankerte Kreislaufwirtschaft.
In Norwegen, obwohl durch Öl und Gas reich geworden, gelang die Transformation zur Elektromobilität im Neuwagensektor nahezu vollständig.
Die Niederlande sind Weltmeister in der Umsetzung des Schwammstadt-Prinzips mit ihrem “Raum für den Fluss“ - Konzept.
Deutschland ist in Sachen Klimaschutz längst nicht mehr Vorreiter.
Der EU-Klimadienst Copernikus https://climate.copernicus.eu/climate-bulletin warnte bereits 2025, dass Europa der sich am schnellsten erwärmende Kontinent sei.
"Das was wir heute tun, wird das Klima für Tausende von Jahren bestimmen", so zitiert Prof. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung den Weltklimarat IPCC.
https://www.zdfheute.de/politik/klima-vorreiter-deutschland-europa-100.html
Die ÖDP-Trier ist überzeugt: „Wir brauchen politischen Mut und Willen zum Bürokratieabbau, Abkehr vom Lobbyismus und Investition in nachhaltige Technologie bei gleichzeitigem Abbau klimaschädlicher Subventionen. Der derzeitige als „Strukturreform“ getarnte Sozialabbau ist kontraproduktiv, denn er verschärft die Krisensituation. Stattdessen muss die Bevölkerung gestärkt und gewappnet sein, um den Wandel mitzutragen. Nur so kann die Transformation gelingen.“
Unerlässlich ist daher auf allen Ebenen auch eine sozialethische Beratung, denn der Klimaschutz verändert das Leben aller Menschen. Wenn die Politik dies ignoriert, fehlt der notwendige Rückhalt in der Bevölkerung. Die Sozialethik beschreibt Wege zur gerechten Verteilung der Lasten, zu Bildungsgerechtigkeit als Fundament einer tragenden resilienten Gesellschaft und zur nachhaltigen Festigung der Strukturen für zukünftige Generationen. In Deutschland beraten hierzu vor allem der Ethikrat und kirchliche Institutionen. https://www.phoenix.de/klimagerechtigkeit-a-4371537.html
Fundamental wichtig ist die Beachtung und Umsetzung der Empfehlungen aus Beratungsgremien und wissenschaftlichen Instituten. Fachleute betonen immer wieder:
Wir haben in Deutschland kein Erkenntnisdefizit, sondern ein Umsetzungsdefizit.
Think Tanks wie Agora Energiewende https://www.agora-energiewende.de/publikationen
& Agora Verkehrswende https://www.agora-industrie.de/publikationen/klimaneutrales-deutschland-studie
beschrieben schon 2024 Lösungsszenarien für ein „Klimaneutrales Deutschland 2045“.
Laut Agora braucht es einen „ausgewogenen Politikmix“, und keine Fokussierung auf einzelne Klimaanpassungsmaßnahmen, um Planungs- und Investitionssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und soziale Ausgewogenheit sicherzustellen.
Das Umweltbundesamt versucht mit dem Kompetenzzentrum KomPass die „Anpassung an den Klimawandel“ voranzutreiben, indem Handlungserfordernisse erkannt, Lösungsvorschläge verbreitet und Fachgruppen vernetzt werden. https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/kompetenzzentrum-kompass-0
So könnte auf Forschung und Innovation basierendes politisches Handeln zielgerichtet die verantwortlichen Akteure und die Zivilgesellschaft zum Handeln bewegen.
Die Lokale Agenda21 in Trier leistet Vorbildliches: Hier wird nicht nur der ökologische Fußabdruck verkleinert, sondern ein ökologischer Handabdruck manifestiert. https://la21-trier.de/ueber-uns/
Ein Leuchtturm ist auch die Kooperation (mit dem Naturpark Südeifel) „Naturparkschule“ – die z.B. seit 2020 an der Grundschule Langsur praktiziert wird. http://gs-langsur.bplaced.net/kooperation.html
„So werden schon die Jüngsten an Natur- und Umweltschutz herangeführt und entwickeln sich auch hierzulande zu “Klimaschutz-Natives“. Damit ist der Grundstein für nachhaltiges Denken und Handeln gelegt.“, freut sich die ÖDP-Trier.
