Pressemitteilung
ÖDP-Trier: Transformation der Landwirtschaft braucht neuen politischen Schub
Foto: Pixabay
– um den Konflikt zwischen Umwelt, Ernährungssicherheit, Wirtschaft und sozialer Stabilität zu meistern.
Deutschland steht weiterhin vor der Herausforderung, die Nitratbelastung im Grundwasser wirksam zu reduzieren und gleichzeitig die Zukunft der landwirtschaftlichen Betriebe zu sichern.
Messdaten der Bundes- und EU‑Behörden zeigen, dass in zahlreichen Regionen die Grenzwerte der EU‑Nitratrichtlinie überschritten werden. Gleichzeitig haben viele landwirtschaftliche Betriebe in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um Nährstoffeinträge zu verringern und moderne Umweltstandards zu erfüllen.
Zwischen Umwelt- und Gesundheitsschutz auf der einen Seite und wirtschaftlicher Stabilität ländlicher Räume auf der anderen entsteht ein Spannungsfeld, das eine klare politische Orientierung erfordert.
Die jüngsten gerichtlichen Entscheidungen verpflichten die Bundesländer, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um die Nitratbelastung zu senken. Diese Vorgaben schaffen Rechtssicherheit – doch ihre Umsetzung verlangt nach Lösungen, die sowohl ökologisch wirksam als auch sozial tragfähig sind.
Ökolandbau als Schlüssel für Bodenschutz und Wasserqualität
Wissenschaftliche Studien und Praxiserfahrungen zeigen, dass ökologisch wirtschaftende Betriebe durch geschlossene Nährstoffkreisläufe, vielfältige Fruchtfolgen und reduzierte Tierbestände einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Böden und Grundwasser leisten. Der Ökolandbau fördert Humusaufbau, Bodenleben und Biodiversität – Faktoren, die langfristig auch die Resilienz der Landwirtschaft gegenüber Klimarisiken stärken.
In einem offenen Brief an die fachlich zuständige EU-Kommissar*innen hat sich ein großes Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen für mehr Unabhängigkeit im Düngemittelsektor ausgesprochen.
Damit diese positiven Effekte flächendeckend wirken können, braucht es jedoch eine deutlich stärkere politische Unterstützung. Der Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen wächst, liegt aber weiterhin weit unter den nationalen und europäischen Zielmarken. Gleichzeitig stehen viele Betriebe vor hohen Investitionskosten und strukturellen Herausforderungen, wenn sie auf eine nachhaltigere Wirtschaftsweise umstellen möchten.
Der Biolandwirt und Gründer der „Hof am Weiher AG“, Kornelius Burgdörfer-Bensel:
"Die Entwicklung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft ist eine langwierige und risikoreiche Angelegenheit.“
Anonymen Vermarktungsstrukturen setzt er einen ganzheitlichen und vielfältigen Landbau und eine Solidargemeinschaft mit dem Endverbraucher entgegen. Doch stark gestiegene Kosten und stagnierende Umsätze drohen wertvolle Strukturen und Erfolge zu zerstören.
https://hof-am-weiher.de/unser-hof/ueber-uns.html
Ein gemeinsamer Weg statt Polarisierung
Die aktuelle Debatte über Nitrat, Düngerecht und Tierhaltung ist häufig von Gegensätzen geprägt. Dabei zeigt sich in der Praxis, dass Umwelt- und Landwirtschaftsinteressen nicht im Widerspruch stehen müssen. Auch viele konventionelle Betriebe arbeiten bereits heute ressourcenschonend und innovativ. Gleichzeitig belegen Daten, dass Regionen mit hoher Tierdichte und begrenzter Fläche weiterhin strukturelle Nährstoffüberschüsse aufweisen.
Eine zukunftsfähige Lösung kann nur gelingen, wenn Politik, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Umweltverbände gemeinsam an einem Strang ziehen.
Dazu gehören:
verlässliche Förderinstrumente, die den Umstieg auf ökologischere Bewirtschaftungsformen erleichtern
regionale Nährstoffstrategien, die Überdüngung vermeiden und Kreisläufe schließen
moderne Kontroll- und Monitoringverfahren, die Transparenz schaffen und Vertrauen stärken
Planungssicherheit für Betriebe, die in nachhaltige Produktionsweisen investieren wollen
Appell an Bund und Länder
Um Bodenfruchtbarkeit, Artenvielfalt und sauberes Grundwasser langfristig zu sichern, braucht es eine klare politische Priorität: Die Transformation hin zu einer ökologischeren Landwirtschaft muss konsequent gefördert und finanziell unterstützt werden. Nur wenn nachhaltige Bewirtschaftungsformen wirtschaftlich attraktiv sind, können sie sich flächendeckend durchsetzen. Das schützt nicht nur Umwelt und Gesundheit, sondern stärkt auch die Zukunftsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe und der ländlichen Räume insgesamt.
