Pressemitteilung
Pestizide in unserer Atemluft! ÖDP-Trier kritisiert den Kurs von Alois Rainer scharf
FOTO: Pixabay
Trotz klarer wissenschaftlicher Hinweise auf Risiken und trotz breiter gesellschaftlicher Forderungen nach mehr Transparenz und Pestizidreduktion, plant der CSU Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Alois Rainer, die Streichung des bereits vorbereiteten bundesweiten Luftmonitorings.
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hatte erstmals im Jahr 2015 ein bundesweites Luftmonitoring zur Feststellung der Pestizidbelastung in seine Planung aufgenommen. Dies geschah im Rahmen der Agrarministerkonferenz 2015, auf deren Beschluss hin ein solches Monitoring angekündigt wurde.
Das Umweltinstitut München verweist ausdrücklich auf diese erstmalige Ankündigung.
Statt das bereits vorbereitete bundesweite Luftmonitoring umzusetzen, plant der jetzige Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer dessen Streichung.
Wissenschaftlich gut belegt ist der Zusammenhang zwischen Pestiziden in der Luft, dem Rückgang von Insekten und dem Rückgang insektenfressender Vögel. Groß angelegte Langzeitstudien, Metaanalysen und ökotoxikologische Untersuchungen zeigen diese fatale Kausalkette.
Eine Studie in Scientific Reports (2021) zeigt, dass selbst Naturschutzgebiete in Deutschland messbar mit Pestiziden belastet sind.
https://www.nature.com/articles/s41598-021-03366-w
Diese Ergebnisse belegen: Pestizide gelangen durch Abdrift weit über die behandelten Felder hinaus und schädigen Insektenpopulationen großflächig.
Seit Jahren kämpft der 2. Vorsitzende der ÖDP-Trier, Matthias Reimann, mit seinem Verein ANUK e.V. für ein Pestizidverbot in Rheinland-pfälzischen Naturschutzgebieten.
https://www.anuk.info/images/pdf/2025-02-03_zulassungsantrag-volksbegehren-artenvielfalt.pdf
„Die reaktionäre Haltung und Ignoranz im Bundeslandwirtschaftsministerium ist nicht hinnehmbar.“
Eine NABU‑Studie im Auftrag des Umweltbundesamts zeigt, dass Pestizide Nahrungsgrundlagen vernichten und dadurch Bestände von Feldvögeln wie Rebhuhn, Feldlerche, Goldammer sinken.
https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabu_feldvogel_studie.pdf?utm_source=copilot.com
Besonders betroffen sind auch Vögel in unserer direkten Nachbarschaft, wie Spatzen, Mehlschwalben und Mauersegler. Diese Arten leiden als Gebäudebrüter bereits massiv unter unserer modernen Bauweise, durch die ihre Nistplätze stark dezimiert werden.
Die Erkenntnisse basieren auch auf Daten der bundesweiten jährlichen NABU-Mitmachaktion “Gartenvögel zählen".
Die ÖDP-Trier fordert eine Verschärfung – keine Lockerung der Maßnahmen.
„Es geht letztendlich auch um unsere Atemluft“, so Matthias Reimann, „besonders im Raum Trier, wo überdurchschnittlich viele Menschen mit Atemwegsleiden zu kämpfen haben.“
Während Rückstände auf Lebensmitteln streng kontrolliert werden, sind die Langzeitfolgen und die Wechselwirkungen (Cocktail-Effekt) verschiedener eingeatmeter Wirkstoffe wissenschaftlich noch wenig erforscht.
Bereits im Jahr 2019 hatte das Umweltinstitut München, in Zusammenarbeit mit dem Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft, Daten von Messpunkten in Rheinland‑Pfalz und auch der Region Trier ausgewertet, die auf die hohe Luftbelastung hinweisen.
https://enkeltauglich.bio/start/pestizide/p-in-der-luft/
„Eine Regierung, die wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert und Umweltpolitik rückwärts betreibt, fördert das Artensterben und trägt Verantwortung für den Verlust unserer natürlichen Lebensgrundlagen.“
