Pressemitteilung
Pläne der EU zum Umgang mit Pestiziden gefährden die Weltgesundheit
Entgegen der ursprünglich als zentraler Bestandteil des Green-Deal gefassten Ziele der Farm‑to‑Fork‑Strategie:
50 % weniger Einsatz und Risiko chemischer Pestizide bis 2030,
50 % weniger Einsatz besonders gefährlicher Pestizide,
Förderung der ökologischen Landwirtschaft (25 % der Fläche bis 2030),
Schutz von Umwelt, Biodiversität und Gesundheit,
steuert die EU-Politik derzeit von einer Reduzierungsstrategie hin zu einer erleichterten, unbefristeten Zulassungspraxis, was nicht nur bei Umweltverbänden zu massiven Bedenken hinsichtlich des Umwelt- und Gesundheitsschutzes führt.
Im “Pestizid-Omnibus“ schlägt die EU-Kommission vor, Pestizid-Wirkstoffe künftig zeitlich unbegrenzt zuzulassen. Dies bedeutet einen Wegfall der bisher üblichen regelmäßigen Überprüfung (alle 15 Jahre), was laut Wissenschaft eine erhebliche Absenkung der Schutzstandards darstellt.
«Ewigkeitschemikalien» (PFAS) könnten durch die neuen Pläne dauerhaft zugelassen bleiben. Das Vorsorgeprinzip wird praktisch aufgegeben und die Verantwortung der Hersteller zur Sicherheitsüberprüfung minimiert.
Organisationen wie foodwatch schlagen Alarm, denn diese Geschenke an die Agrarindustrie gehen nicht nur auf Kosten unserer Gesundheit, sie bedeuten auch eine enorme Belastung für die Kommunalen Haushalte, die ihre Wasserwerke mit hohem technischen Aufwand auf den Umgang mit PFAS einstellen müssen.
https://www.foodwatch.org/de/ewigkeitschemikalien-enorme-gefahren-eu-will-dauerhaft-zulassen
Das PFAS-Abbauprodukt TFA gilt als reproduktionstoxisch, das heißt, es kann das ungeborene Kind im Mutterleib schädigen und zu Unfruchtbarkeit führen. Die sogenannte Ewigkeitschemikalie ist aus dem Wasser praktisch nicht zu entfernen.
Bereits im September 2025 berichtete das ZDF:
https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/tfa-chemie-grundwasser-belastung-100.html
Mehrere Umweltverbände und Verbraucherschutzorganisationen haben Gutachten erstellen lassen, so das Umweltinstitut München e.V.
„Dieses Omnibus-Paket ist nicht mit dem europäischen Vorsorgeprinzip vereinbar, denn die EU ist rechtlich verpflichtet, Mensch und Umwelt vor schädlichen Stoffen zu schützen – auch dann, wenn wirtschaftliche Interessen oder Verwaltungsaufwand dem entgegenstehen.“
Doch durch unbefristete Genehmigungen gefährlicher Pestizide, weitere Ausnahmegenehmigungen, das Ignorieren maßgeblicher wissenschaftlicher Studien und verlängerte Aufbrauchfristen, werden die ursprünglichen Reduktionsziele der EU unerreichbar.
Juristische Analysen kommen deshalb zu dem Schluss, dass das geplante Paket mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen EU‑Recht und EuGH‑Rechtsprechung verstößt.
„Da das Gesetzespaket noch gestoppt werden kann, sollte die Bundesregierung ihren Einfluss sowohl auf EU-parlamentarischer, sowie auf Rats-Ebene geltend machen und durch Allianzen mit Verbündeten und konstruktive Gegenvorschläge diese katastrophale Entwicklung verhindern.“, fordert die ÖDP-Trier. "Laut eines Berichtes im Deutschlandfunk begegnen unsere holländischen Nachbarn den EU Plänen mit pestizidfreien Bepflanzungen in Amsterdam und setzen hiermit ein Zeichen, das Nachahmung verlangt. Die Förderung der Biodiversität und der Schutz der Gesundheit aller Lebewesen wiegt mehr als wirtschaftliche Interessen.“
https://www.deutschlandfunk.de/biodiversitaet-amsterdam-ohne-pestizide-100.html
Die ÖDP-Trier ist überzeugt, dass dieses Projekt auch bei der hiesigen Bevölkerung großen Anklang finden würde. „Das Amt „Stadt Grün“ hat in Trier schon viele Maßnahmen zum Schutz der Arten umgesetzt, wie Totholz-Areale, Nistkästen, bestäuberfreundliche Bepflanzungen… https://www.trier.de/stadttrier/aktuelles/nachrichten/1610.Stadtgruen-Label-in-Gold-fuer-naturnahes-Gruenflaechenmanagement.html Ein Verzicht auf Pestizide wäre nur ein weiterer logischer Schritt in Sachen Umwelt- und Naturschutz.“, argumentiert Matthias Reimann, 2.Vorsitzender der Trierer ÖDP und Artenschützer.
Seit Jahren setzt er sich für ein Volksbegehren gegen Pestizide in Naturschutzgebieten ein.
Info: https://www.anuk.info
