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Pressemitteilung

Steigende Nachfrage - aber kein Grund zur Freude: ÖDP-Trier beklagt Gefährdung des Ökolandbaus

Die Kombination aus Rückschritten auf EU-Ebene, nationalen Unsicherheiten und steigendem Preis- und Kostendruck führt dazu, dass Bio‑Landwirte in Deutschland trotz wachsender Nachfrage zunehmend in wirtschaftliche Not geraten.

So etwa die Hof-am-Weiher-AG/Öko-Marktgemeinschaft Saar-Pfalz-Hunsrück, die unter anderem einen Trierer Biomarkt mit frischem regionalem Gemüse und Obst beliefert.

https://hof-am-weiher.de/solidarbeitrag/solidarbeitrag.html

Die politischen Rahmenbedingungen, die eigentlich den Ökolandbau stärken sollten, erzeugen derzeit eher Verunsicherung – mit realen Folgen für Investitionen, Umstellungsbereitschaft und die langfristige Stabilität der Branche.

Dies dokumentiert der „Kritische Agrarbericht“.

https://kritischer-agrarbericht.de/

„Ökologische Ambitionen der EU-GAP(Gemeinsame Agrarpolitik) bei Umwelt- und Ökostandards werden unter dem Label “Bürokratieabbau“ zurückgenommen oder infrage gestellt,“ so eine Sprecherin der ÖDP-Trier. „Flächenbezogene Direktzahlungen bleiben unangetastet, und damit stützt die EU weiterhin ein System, das große Flächen statt ökologische Leistungen belohnt.“

Umweltverbände warnen, dass mühsam erreichte Fortschritte der letzten 15–20 Jahre wieder verloren gehen könnten. Zentrale Errungenschaften für Biodiversität, Wasserqualität und Tierwohl werden zurückgefahren und damit Natur- und Klimaschutzziele gefährdet.

Die Politischen Signale sind widersprüchlich:

Einerseits gibt es viel Lob für den Ökolandbau, und andererseits geht durch das Verschieben von Gesetzesvorhaben und das Kürzen finanzieller Mittel viel Vertrauen in die Politik verloren. Die Folgen für Bio‑Landwirte in Deutschland sind laut Kritischem Agrarbericht fatal: Steigende Wirtschaftliche Belastung und fehlende Investitionsanreize führen zu einem stagnierenden Angebot der Landwirte bei gleichzeitig steigender Nachfrage der Verbraucher.

Verbände warnen, dass heimische Bio‑Rohware knapp wird, weil zu wenige Betriebe umstellen und manche sogar aufgeben. Die Folge wären Importe aus Ländern mit teils niedrigen Standards und unsicheren Lieferketten.

“Viele heimische Bio‑Betriebe haben in Tierwohl, Umweltmaßnahmen und regionale Wertschöpfung investiert – genau diese Betriebe sind laut Verbänden besonders betroffen von den Rückschritten,“ erklärt der 2. Vorsitzende der ÖDP-Trier, Matthias Reimann. „Unsere Landwirte brauchen Planungssicherheit und Förderung dort, wo nachhaltige Umwelt- und Klimaziele in Balance zur Ernährungssicherheit stehen.“

Kleinere Höfe tragen die ökologische Vielfalt, durch ihr Bemühungen um Biodiversität, Artenschutz und wechselnde Fruchtfolgen. Doch diese Maßnahmen sind arbeits- und kostenintensiv, und gleichzeitig können Preisschwankungen am Markt schlechter abgefedert werden. Investitionen in Öko‑Stallungen, regionale Verarbeitung und Direktvermarktung sind finanziell riskant. Doch Förderprogramme sind oft bürokratisch und schwer zu durchschauen, wodurch langfristige Planungen erschwert werden.

Der riesige EU-GAP-Förderrahmen ist ein Mix aus Agrar-, Umwelt- und Strukturpolitik, der bereits in den 1960er Jahren geschaffen wurde, um die Versorgung zu sichern, Einkommen zu stabilisieren und nachhaltige Bewirtschaftung zu fördern.

In der Realität bleiben Reformen hinter wissenschaftlichen Empfehlungen zurück, Umwelt- und Klimaziele werden vernachlässigt und Großkonzerne profitieren überproportional.

„Hier sind Politik und Gesellschaft gleichermaßen gefordert. Deutschland sollte sich in Brüssel klar für höhere Umweltstandards und eine ökologische Ausrichtung der GAP einsetzen! Wer nachhaltig wirtschaftet muss belohnt werden. Aber auch der Rückhalt in der Bevölkerung für regionale ökologische Wirtschaftskreisläufe kann entscheidend zum Wandel beitragen.“

https://www.oedp-rlp.de/programm/landeswahlprogramm

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